Das Bodetal – wildromantisch und sagenhaft schön

Links und rechts steile Felsklippen, an denen sich mystisch anmutende Bäume festkrallen. Dazwischen, tief unten im Tal, die mal ruhig dahin fließende und dann wieder wild tobende Bode. Dazu urwüchsige Wälder und blühende Bergwiesen, knochige Wurzeln und versteinerte Silhouetten und mit ein bisschen Glück sogar eine echte Hexe – all dies und noch viel mehr finden Sie im Bodetal, im Sagenharz.

Topografisch betrachtet erstreckt sich das Bodetal auf einer Länge von 17 Kilometern von der Rappbodetalsperre bei Wendefurth bis nach Thale. Im engeren Sinne wird jedoch nur der zehn Kilometer lange, schluchtartige Abschnitt zwischen Treseburg und Thale als Bodetal bezeichnet. Hier hat sich der Fluss bis zu 280 Meter tief in den Granit eingeschnitten.

Wanderer auf Jungfernbrücke (Foto: Matthias Haltenhof)

Geschichte

Noch zu Beginn des 19. Jahrhunderts war das Bodetal eine urwüchsige, nahezu unbezwingbare Schlucht. Wanderwege gab es zu dieser Zeit noch keine, sodass man nur am Flussbett der reißenden Bode in das urwüchsige schroffe Tal vordringen konnte. Erste schmale Wanderpfade wurden erst mit der zunehmenden Entwicklung des Fremdenverkehrs um 1818 angelegt.

Grenzsteine zeigen, dass die Bode einst ein Grenzfluss war. Die rechte Flussseite gehörte zum Königreich Preußen, die linke oberhalb des Bodekessel zum Herzogtum Braunschweig. Bereits 1937 wurde das Bodetal zwischen Thale und Treseburg zum Naturschutzgebiet erklärt. Dank der dadurch erhaltenen Natürlichkeit zählt das gewaltigste Felsental nördlich der Alpen heute zu den beliebtesten Urlaubs- und Ausflugszielen im Harz.

Lassen Sie sich inspirieren und entdecken Sie das Bodetal, den Sagenharz.

Bodekessel (Foto: Matthias Haltenhof)

Der Bodekessel

Mitten im Bodetal, etwa 3 Kiloemter von Thale entfernt liegt der Bodekessel. Hier scheint das Wasser zu kochen und die in die Tiefe gerissene Luft schäumt perlend wieder auf. Über der Bode reflektieren kleinste Wassertröpfchen die Strahlen der Sonne, sodass es den Anschein hat, als würden kleine Edelsteine aufblitzen.

Der Sage nach soll an dieser tiefsten Stelle der Bode der böhmische Riesenritter »Bodo« als Hund verwandelt sitzen. Er bewacht dort die goldene Krone, die Prinzessin Brunhilde beim Sprung zur Rosstrappe verloren hat und nun auf dem Grund des Kessels liegt.

Bis 1790 gab es an dieser Stelle übrigens einen kleinen Wasserfall, welcher aber gesprengt wurde, um das Holz ungehindert zur Eisenhütte Thale flößen zu können.