
Erkunden Sie den Mythenweg anhand einer geführten Tour und erfahren Sie interessante Details zu den einzelnen Figuren.
Preise: |
| 5,00 EUR* pro Person |
3,00 EUR* für Kinder (bis 10 Jahre) | ||
Dauer: | ca. 2,5 Stunden |
* alle Preise inkl. 19% MwSt.
Termine und Buchung über die Bodetal-Information THALE
Der Thalenser Mythenweg ist eine sagenhafte Erfolgsgeschichte, die im Jahr 2004 begann. Mit dem einäugigen Göttervater Wotan, der neben dem Rathaus aus dem Brunnen der Weisheit trinkt, wurde im Juli 2004 das erste Figurenensemble des Mythenweges errichtet. Inzwischen schmücken insgesamt zehn von unterschiedlichen Künstlern gestaltete Skulpturen den einzigartigen Themenweg.
Die einzelnen Figuren sind mit in den Fußweg eingelassenen Hufeisen miteinander verbunden. Die gravierten Glücksbringer sind so beliebt, dass der ursprünglich vom Bodetal bis zum Rathaus geplante Mythenweg inzwischen bis zum Kloster Wendhusen in der Thalenser Altstadt führt. Dort symbolisiert die Bronzefigur des Harzgaugrafen Hessi den Übergang von der Germanischen Mythologie zum Christentum.
Ursprung der Idee für den Mythenweg waren die hohe Konzentration an Sagen und Mythen in diesem Teil des Harzes sowie das vorhandene einzigartige Potenzial an altheidnischen Kultstätten wie dem Hexentanzplatz und der Rosstrappe. Die auf dem Mythenweg aufgestellten Figuren aus der Germanischen Mythologie machen diesen Mythos für die Gäste und Bürger der Stadt sichtbar und erlebbar.
Tauchen auch Sie ein in die Germanische Götterwelt und lernen Sie die Zusammenhänge zwischen den einzelnen Figuren kennen.
Die Midgardschlange
Vor der Talstation der Kabinenbahn steht die aus einer Eiche herausgearbeitete Midgardschlange. Das gewaltige Meeresungeheuer umschloss vom Wasser aus die germanische Welt und ließ niemanden hinaus und hinein. Donar, der Donnergott, wollte die Schlange einmal fangen und fuhr mit einem Kahn zusammen einem Riesen auf das Meer hinaus. Als Köder hatte er den Kopf eines Stieres am Angelhaken. Die Schlange biss an und wurde hochgezogen. Als der Riese jedoch dieses fürchterliche Biest sah, erschrak er so sehr, dass er die Angelschnur durchschnitt und die Midgardschlange entkommen konnte. Während der Götterdämmerung tötete Donar die Schlange mit seinem Hammer, wobei der Donnergott jedoch durch das ausströmende Gift der Schlange selbst zu Tode kam.
Künstler: Thomas Gärtner, Neinstedt
Material: Eichenholz
Jahr der Fertigstellung: 2006
Der Drache Nidhögg
An der Rathenbrücke treffen Sie auf den Neiddrachen Nidhögg. Dieses Ungeheuer lebte in der Unterwelt bei der Göttin Hel. Nidhögg knabberte ständig an einer Wurzel der Weltesche. Dadurch wurde dieser die germanische Welt stützende Baum krank und ging schließlich ein. Diese führte schließlich zur »Götterdämmerung«, dem Zusammenbruch der germanischen Götterwelt.
Der Drache fraß außerdem Tote, weshalb die Männer nach ihrem heidnisch-germanischen Glauben lieber im Kampf starben als alt und krank auf ihrer Bettstatt, um nicht in die Unterwelt zu kommen. Gefallene Krieger wurden nämlich von den Walküren in den Götterhimmel nach Walhalla in die große Ehrenhalle Wotans gebracht, wo sie nach täglichen Waffenübungen mit Fleisch vom Welteber und Met gut verpflegt wurden.
Der als böse geltende Drache stand im ständigen Streit mit einem in der Baumkrone lebenden Adler, der das Gute verkörperte.
Künstler: Schmiedesymposium
Material: Schmiedeeisen
Jahr der Fertigstellung: 2005
Bergmönch
Bergmönche sind nahe Verwandte der in der germanischen Mythologie zahlreich vorkommenden Zwerge. Geschichten über sie sind besonders in den ehemaligen Bergbauregionen des Harzes verbreitet. Arme Bergleute führen sie zu reichen Erzgängen. Kaltherzige Steiger wurden dagegen übel abgestraft. Der Bergmönch ist mit Kutte, Gugel (Kapuze) und dem Cingulum (um die Hüfte geschlungener Strick) bekleidet. Wie ein Bergmann benutzt er Eisen und Schlägel als Werkzeuge. Mit dem gewählten Standort der Bronzeskulptur an der Ecke Parkstraße/Bahnhofstraße wird auch an die Jahrhunderte alte Tradition der Eisen- und Stahlerzeugung in Thale erinnert.
Künstler: Jochen Müller, Quedlinburg
Material: Bronze
Jahr der Fertigstellung: 2010
Die Nornen
Die Menschen hatten immer schon das Bedürfnis, etwas über die Zukunft – ihr Schicksal – zu erfahren. In der germanischen Mythologie waren dafür sogar drei Göttinnen, die sogenannten Nornen zuständig. Die greise »Urd« (das Gewordene) verkörpert die Vergangenheit. »Verdandi« (das Werdende), eine junge hübsche Frau, stellt die Gegenwart dar. Die verschleierte »Skuld« (das Werdensollende) hält eine Schriftrolle in der Hand, in der die Zukunft geschrieben steht. In diese Schriftrolle ließ sie niemanden, auch nicht den Götterkönig Wotan, hineinsehen. Die drei, unseren Lebensfaden spinnenden geheimnisvollen Frauen wurden aus einem hellen Sandsteinblock herausgemeißelt und können im Kurpark besichtigt werden. Auch diese etwa drei Meter hohe Skulptur wurde von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung gemeinsam mit der Kreissparkasse Quedlinburg finanziert.
Künstler: Michael Weihe, Brehna
Material: Sandstein
Jahr der Fertigstellung: 2008
Wotans Pferd Sleipnir
Im Kurpark, etwa 800 Meter vom Brunnen entfernt, steht Wotans Pferd Sleipnir, der schnelle Renner. Es ist ein gewaltiges Ross mit acht Beinen. Sleipnir bedeutet so viel wie »der Gleitende«, denn dieses, von den Germanen als heilig verehrte Pferd, galoppierte leichtfüßig über Wolken, Wasser und Land der germanischen Welt. Es war schnell genug, jedes andere Pferd auszustechen und wurde von Wotan auch während der »Götterdämmerung«, dem Endkampf der Götter gegen die Riesen und andere Ungeheuer geritten.
Künstler: Wolfgang Holzhauer, Gernrode
Material: Schmiedeeisen
Jahr der Fertigstellung: 2005
Der Wasserriese Ägir
Ägir ist in der germanischen Mythologie ein weiser Wasserriese. Er gilt als gastfreundlicher, zwar stürmischer aber doch gutmütiger Meeresgott, der in einem glitzernden Unterwasserpalast residierte. Mithilfe seiner neun Töchter dirigierte er von dort aus die Meereswogen. Seine Frau Ran dagegen ist ein habgieriges raublustiges Weib, das für die Seefahrer eine große Gefahr darstellte. Mit ihrem Fangnetz riss sie diese nämlich vom Bord ihrer Schiffe und zog sie hinunter auf den Meeresgrund. Ägir ist auch ein hervorragender Bierbrauer. Sein Braukessel ist die stürmische Nordsee.
Künstler: Raik Tappe, Berlin
Material: Eschenholz
Jahr der Fertigstellung: 2010
»Walpurgis« und »Götterdämmerung«
Das sind die Namen der beiden Wandgemälde an der Seitenfassade des Hauses »Vater Optik« in der Poststraße. Der Hallenser Maler Hans Joachim Triebsch hat, durch Privatinitiative finanziert, phantasiereich Themen aus der germanischen Mythologie mit Geschehnissen aus Geschichte und Sagenwelt des ausgehenden Mittelalters miteinander verwoben. Am Anfang der Bildkomposition zerbeißt der Neiddrache Nidhögg eine Wurzel der Weltesche und verursacht damit das Absterben dieses die germanische Welt zusammenhaltenden Baumes. Er befindet sich in passender Gesellschaft zu anderen Dämonen sowie der Midgardschlange. Hexen, Zwerge, Teufel, die Raben Wotans, einige Götter , die drei Nornen, versteinerte Riesen und viele weitere Fabelwesen kann der aufmerksame Betrachter erkennen. Ein in der Bodetal-Information THALE erhältlicher Flyer enthält eine detaillierte Beschreibung des Wandbildes.
Künstler: Hans Joachim Triebsch, Halle
Art: Wandbild
Jahr der Fertigstellung: 2006
Heimdall, der Wächter der Feuerbrücke
Diese von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Kreissparkasse Quedlinburg finanzierte Figur steht, aus nahezu weißem Kalkstein stelenhaft herausgearbeitet, im unteren Teil der Poststraße. Heimdall gilt als Wächter der Feuerbrücke, die in Form eines Regenbogens den Götterhimmel Asgard mit dem Menschenreich Midgard verbindet. Er hatte darüber zu wachen, dass außer den Göttern niemand diese Verbindung zwischen Himmel und Erde benutzt. Für diese Aufgabe war er bestens geeignet: Heimdall vermochte 100 Meilen weit zu sehen, brauchte fast keinen Schlaf und hörte die Wolle der Schafe und das Gras wachsen. Im Auftrage Wotans blies er mit seinem Gjallahorn zur Götterdämmerung, jenem Inferno, während dessen sich die Götter und die Riesen sowie einige schreckliche Ungeheuer gegenseitig umbrachten.
Künstler: Wolfgang Rossdeutscher, Magdeburg
Material: Kalkstein / Bronze
Jahr der Fertigstellung: 2007
Draupnir, Wotans Zauberring
Schon von alters her galten goldene und silberne mit funkelnden Edelsteinen besetzte Ringe als Symbole für Macht, Reichtum und Ruhm. Und so besaß natürlich auch Wotan ein solch kostbares Exemplar. Draupnir, »der Tropfende«, hatte aber im Gegensatz zu normalen irdischen Ringen magische Eigenschaften. Jeweils nach neun Nächten tropften aus ihm stets acht weitere wertvolle Schmuckstücke heraus und begründeten so den Reichtum und damit die Macht des germanischen Götterkönigs über die Nordische Welt. In einer kleinen Parkanlage in der Karl-Marx-Straße kann das aus Spendenmitteln der Thalenser Bürger finanzierte Kunstwerk betrachtet werden.
Künstler: Wolfgang Holzhauer, Gernrode
Material: Edelstahl, Bronze
Jahr der Fertigstellung: 2008
Der Brunnen der Weisheit
Der »Brunnen der Weisheit« mit der überlebensgroßen Wotansfigur vor dem Rathaus steht unweit einer Esche. Diese symbolisiert den germanischen Weltenbaum, der den Götterhimmel, das Menschenreich und die Unterwelt miteinander verband und zusammenhielt. Sie finden hier den Götterkönig Wotan in folgender Situation vor: Er hat gerade aus dem an der Weltesche gelegenen Brunnen getrunken. Für die Fähigkeit, in die Zukunft sehen zu können opferte er ein Auge. In einer Hand hält er das Trinkhorn, in der anderen den Speer Gungnir. Seinen Kopf ziert ein Helm mit Adlerfedern. Am Gürtel trägt er, so wie die Krieger der hier früher lebenden sächsischen Stämme, ein kurzes Schwert. Sein prächtiger Umhang ist Symbol für das Himmelszelt.
Wotan ist der Gott des Sturmes, der Weisheit, der Dicht-, Zauber- und Heilkunst, aber auch der Gott der Schlachten und des Todes. Hier vor dem Rathaus steht er jedoch in friedlicher Absicht, denn die Spitze seines Speeres zeigt nach oben. Auf dem Brunnen sitzen auch die beiden Raben Hugin und Munin, die im Auftrage Wotans während ihrer Rundflüge täglich das Weltgeschehen erkundeten. Die Windzwerge Nordi, Austri, Sudri und Westri weisen in die vier Himmelsrichtungen.
Künstler: Jochen Müller, Quedlinburg
Material: Bronze
Jahr der Fertigstellung: 2004
Hessi
Hessi, der Anführer der ostfälischen Sachsen, hing zunächst dem germanischen Götterglauben an. 775 unterwarf er sich Karl dem Großen, ließ sich taufen und wurde mit der Leitung des Harzgaues beauftragt. Er starb 804 als frommer Christ in Fulda. Seine Tochter Gisla gründete 825 das Kanonissenstift Wendhusen.
Die Skulptur des Hessi symbolisiert den Übergang vom Heidentum zum Christentum. Hier, unmittelbar vor dem Areal des ehemaligen Klosters, endet der an der Talstation der Kabinenbahn beginnende Mythenweg.
Künstler: Juliane Jüttner, Quedlinburg
Material: Bronze
Jahr der Fertigstellung: 2010
