TIPP: Der Bodekessel

Mitten im Bodetal, etwa 3 km von Thale entfernt liegt der Bodekessel. Hier scheint das Wasser zu kochen und die in die Tiefe gerissene Luft schäumt perlend wieder auf.

Über der Bode reflektieren kleinste Wassertröpfchen die Strahlen der Sonne, sodass es den Anschein hat, als würden kleine Edelsteine aufblitzen.

Links Steine. Rechts Steine. Und dazwischen auch mal keine. Bereits Goethe war begeistert vom gewaltigsten Felsental nördlich der Alpen, das mit seinen unzähligen Sedimentgesteinen ist ein »anschauliches Klassenzimmer« für alle Geologieinteressierten ist.

Die Entstehung des Bodetals, einhergehend mit der Gebirgsbildung des Harzes, begann im Erdaltertum durch Ablagerungen mineralhaltiger verwitterter Gesteine (Sedimentgesteine) auf dem Meeresboden. Vor 300 bis 285 Millionen Jahren, unter lebhaftem Vulkanismus, entstand dann mit Eindringen von Magma in feste Gesteine der Erdkruste und mehrfacher Gebirgsfaltungsprozesse, die Urform unseres Höhenzuges, das typische Granit- und kontaktmethamorphe Hornfelsmassiv »Rambergplateau«.

Eine letzte Gebirgsveränderung vor 70 Mill. Jahren, in dessen Folge die überschobenen Sedimente bis zur teilweise Freilegung der Erstarrungsgesteine abgetragen wurde, bahnte auch den Weg der Bode. Allein die Wasserkraft bestimmte von nun an die bizarre und schroffe Entwicklung des Bode-Kerbtales.